Kinder-und-der-Umgang-mit-Snacks

Kennst du das auch? Du holst dein Kind aus der Kita ab – es kaut quasi gerade noch an seinem Nachmittagssnack. Doch kaum seid ihr auf dem Spielplatz angekommen, wird der Sprössling von einem unbändigen Hunger befallen. Als hätte die letzte Mahlzeit nicht erst vor 30 Minuten stattgefunden.

Oder: Urlaub steht an. Die Familie hat gefrühstückt, alles ist bereit für die Abreise. Kaum sitzt ihr im Auto, tönt es von der Rückbank: „Huunger!“

Erstaunliches Phänomen. Aber auch nicht ganz so verwunderlich: Es gibt verschiedene Faktoren, die „Appetit“ machen, denn von Hunger kann häufig nicht die Rede sein.

  • Langeweile: Die Fahrt mit dem Auto, oder das Kind, das vor dem Fernseher etwas snacken möchte. Selten meldet sich ein Kind mit Hunger, wenn es gerade ins Lego spielen vertieft ist – oder?
  • Gesellschaft: Essen ist vielmehr als Nahrungsaufnahme. Menschen sind soziale Wesen und in Gesellschaft isst es sich besonders gern. Kaum verwunderlich, dass sich auf dem Spielplatz der Appetit meldet. Besonders, wenn drumherum fast alle Kinder an Muffins oder Brezeln kauen.
  • Gewohnheit: Das stellen wir ja auch an uns selber fest: Gewohnheiten sind mächtig. Nach der Kita gibt es den Kakao oder eine Banane und Sonntags nachmittags gibt es Kuchen. Da ist es erstmal unerheblich, ob das Bäuchlein wirklich leer ist. Ich musste neulich schmunzeln, als meine Tochter auf meine Aussage hin, dass wir nach der Kita Besuch bekommen, fragte: „Gibt es Kuchen?“ Die Besuche häuften sich zu der Zeit und ich hatte eine Phase, in der ich viel gebacken habe, um etwas anbieten zu können. Daran haben sich meine Kinder schnell gewöhnt!

Es ist nicht ganz einfach, damit umzugehen, wenn das eigenen Kind außer der Reihe nach essen fragt. Schließlich könnte es wirklich hungrig sein und keine Mama kann ihr Kind hungern sehen. Häufig entsteht daraus ein kleiner Teufelskreis, bei dem die Kinder sich zu den Snacks satt essen und zu den Hauptmahlzeiten keinen Hunger haben. Wenn die Snacks dann auch noch aus leeren Kalorien bestehen, dann stellt sich schnell die Frage: Wann bekommt das Kind wichtige Nährstoffe? Deswegen solltest du beim Snack auf zwei Dinge besonders achten:

  1. Er sollte ein hohe Nährstoffdichte haben. Das bedeutet, dass auf wenige Kalorien viele Nährstoffe, also Vitamine und Mineralstoffe, kommen.
  2. Er sollte „leicht“ sein und nicht zu sehr sättigen

Gut geeignet sind immer Obst und Gemüse, also Apfelschnitze, einen Banane, Möhrensticks, Gurke oder Paprika. Damit der kleine Hunger auch wirklich gestillt wird, kann man das mit etwas Joghurt oder Quarkdip kombinieren. Auch allerhand „Toppings“ eignen sich dafür. Ob Möhrensticks mit etwas Olivenöl in Sesam gewälzt oder Obstsalat mit Kokosflocken.

Zum Snack bereite ich auch gerne Smoothies zu. Im Standmixer sind sie flott gemacht und ich verwende alles, was ich gerade so vorrätig habe. Mein Klassiker: 1 Apfel, 1 Banane, 1 Karotte, 1 Handvoll Blattspinat, 1 EL Mandelmus, ggf. 1 EL Haferflocken, 200 ml Haferdrink. Dieser ballaststoffreiche Snack sättigt gut, aber eben nicht zu langanhaltend.

Süße Snacks

Es gibt immer Anlässe, zu denen die Kinder etwas naschen möchten. Das Eis im Sommer oder der Kuchen, wenn Besuch kommt. Das sollte natürlich nicht täglich vorkommen. Einen Vorteil bringt diese Art von Snack aber doch mit sich: Sättigende Ballaststoffe sind eher wenige vorhanden und es wird relativ viel Insulin ausgeschüttet, so dass der Blutzucker rasch reduziert wird. Das führt dazu, dass der Hunger sich bald wieder einstellt. Keinesfalls möchte ich damit sagen, dass diese Art der Ernährung zu bevorzugen ist. Trotzdem hat sie ihren Platz im normalen Alltag und wir dürfen uns damit trösten, dass zur Hauptmahlzeit in der Regel wieder genügend Hunger vorhanden ist. Sofern man es damit nicht übertreibt. Die Hauptmahlzeit ist dann auch die Mahlzeit, die dem Kind hochwertige Zutaten und notwendige Nährstoffe liefern darf – und sollte.

Es gibt jedoch auch Dinge, die du möglichst beachten solltest, wenn es ums Snacken geht.

Kinder brauchen meist zwei Zwischenmahlzeiten pro Tag – eine vormittags, eine am Nachmittag. Ihr kleiner Magen fasst noch eher geringen Mengen und braucht daher öfter etwas Nahrung. Bei zwei Snacks sollte es aber auch bleiben. Auch Kinder können lernen, dass nicht jedem Anflug von Appetit immer nachgegeben werden muss und dass es Zeiten gibt, zu denen gemeinsam gegessen wird. Unterschätzt wird häufig die Wichtigkeit einer gemeinsam zelebrierten Mahlzeit anstelle des schnellen „Essens“, dann, wann jeder Hunger hat.

Zu viel, zu oft, zu groß – die Nachteile

Ein ständiges Dauersnacken führt schnell zu einer Menge an Kalorien, die man gern unterschätzt, die aber häufig schon einen Großteil des Bedarfs des Kindes ausmacht. Wenn ein dreijähriges Kind im Laufe des Vormittags eine Hand voll Gummibärchen und einen Becher Fruchtjoghurt isst, zwischendurch noch ein Glas Apfelschorle trinkt, dann ist es schnell bei 400 kcal. Wenn man den Durchschnittsbedarf von ca 1300 kcal in dem Alter zugrunde legt, dann wird schnell klar, dass für die Hauptmahlzeiten entsprechend weniger übrig bleibt. Natürlich sind dies nur Richtwerte und der Bedarf kann auch in einer Altersklasse sehr individuell sein. Mit diesem Durchschnittswert möchte ich dir nur veranschaulichen, dass es immer darum geht, dass jedes Kind mal satt ist. Und das ist dann der Fall, wenn der Tagesenergiebedarf gedeckt ist.

Das gerade genannte Beispiel ist aufgrund des relativ hohen Zuckergehaltes ohnehin nicht günstig für die Zähne. Noch schädlicher ist es aber, wenn diese Snacks in Etappen über  den Tag verteilt verzehrt werden. Der pH im Mund ist dauerhaft verändert, die Fruchtsäuren greifen den Zahnschmelz an und der Speichel kann seine Arbeit nicht tun.

Zu große Snacks killen schnell jeglichen Appetit. Ein Klassiker ist die beliebte Laugenbrezel. Sie enthält knapp 300 kcal und sättigt ordentlich. Wie wäre es denn für dich, die Brezeln einfach mal selber zu machen? Dann kannst du bestimmen, wie groß sie sein sollen, kannst den Teig mit Vollkornmehl aufpeppen oder sie mit Sesam bestreuen und du ersparst dir Zusätze, die für den kleinen Körper unnötig oder sogar schädlich sind. Ich habe dir zur Anschauung einfach mal die Rezeptur einer Brezel herausgesucht, die du in einem der großen Discounter kaufen kannst:

Weizenmehl, Wasser, Salz, Hefe, Rapsöl, pflanzliches Fett, Zucker, Weizenmalzmehl, Haferkornquellmehl, Milchzucker, Süßmolkenpulver, Weizengrieß, Emulgator: Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren, Weizenkleber, Milcheiweiß, Säureregulator: Natriumcarbonate, Brezenlauge (Säureregulator: Natriumhydroxid)

Im Vergleich dazu von einem guten Bäcker oder selber gemacht:

Mehl, Wasser, Salz, Hefe, Malz. Die Lauge besteht aus Natron.

Oder du wandelst den Teig ein wenig ab – schließlich lässt sich alles Mögliche zu Brezeln formen:-) Am Ende des Beitrags findest du ein Rezept für gesunde Käsebrezeln.

Was aber tun, wenn sich all diese Ratschläge nicht so einfach umsetzen lassen? Kinder sind keine kleinen Maschinen und Mamas sind auch nur Menschen. Ein bisschen gilt die Devise: du musst deinen eigenen Weg finden und kannst auch selber am besten einschätzen, ob du deinen Kindern einen Snack verwehrst oder nicht. Auch die Auswahl der Nahrungsmittel bleibt am Ende dir überlassen. Ich kann dir aber erzählen, wie ich das handhabe.

Meine Tipps zum Snacken

  • Das, was vorrätig ist, wird gegessen. Meist habe ich eine große Schüssel mit Obst gefüllt, eine Schublade mit Tiefkühlfrüchten und im Kühlschrank Naturjoghurt und Obstmark. Meine Vorräte umfassen zudem gemischte Nüsse und Trockenfrüchte. So finden wir meistens etwas für Jeden.
  • Auf dem Spielplatz habe ich entweder außer Wasser gar nichts dabei, oder eine Dose mit Obst- und Rohkoststückchen und wieder Nüsse.

  • Wenn dann doch von anderen Kindern freudig geteilt wird, dann stehe ich im schlechtesten Fall mit den Wasserflaschen der Kinder etwas verlegen am Rand 😉 – Das ist dann halt so und auch mal in Ordnung. Da gebietet dann aber auch schon die Höflichkeit, dass es bei einem kleinen Stückchen (Brezel, Kuchen, was auch immer) bleibt.
  • Selbstgemachtes versus Gekauftes: Ganz klar, was meist gesünder ist. Falls Zeit ist, werde kreativ: Kuchen mit Vollkornmehl und weniger Zucker, herzhafte Muffins mit geraspeltem Gemüse, oder diese Käsebrezeln. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Für 8 bis 10 kleine Brezeln

  • ca 50 g Buchweizenmehl
  • 80 g gemahlene Mandeln
  • 240 g geriebener Mozzarella
  • 1 Prise Salz
  • 30 g Doppelrahmfrischkäse
  • 30 g geriebener Parmesan
  • 2 Eier

Zubereitung:

Den Backofen auf 180 Grad (160 Grad Umluft) vorheizen.

Trockene Zutaten vermengen. Mozzarella, Frischkäse und Parmesan in einem Topf vorsichtig schmelzen, etwas abkühlen lassen und ein Ei unterrühren.

Mehlmischung vorsichtig unterrühren und zu einem recht festen Teig verkneten. (Notfalls etwas mehr Buchweizenmehl dazugeben)

Sechs gleichmäßige Stränge rollen und zu Brezeln formen. Auf ein Blech mit Backpapier setzen. Mit etwas Eigelb bestreichen. 35 Minuten backen.

 

 

 

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